Eine naturkundliche Winterexkursion ist immer eine spannende Sache – zu groß sind die Unwägbarkeiten, was das Wetter angeht und damit auch die Chancen, interessante Beobachtungen zu machen, mal abgesehen von der schwer abschätzbaren Anzahl von Teilnehmern. Andererseits kann gerade der Winter immer wieder mit Überraschungen in der Vogelwelt aufwarten, wenn Durchzügler und Wintergäste geeignete Rastplätze aufsuchen.

Der 18. Januart 2015 brachte nach einer Reihe milder und sehr feuchter Tage zum ersten Mal wieder richtigen Frost, zudem war Sonnenschein vorausgesagt, also eigentlich ideale Voraussetzungen, um dem Gewässerkomplex bei Bobenheim-Roxheim einen Besuch abzustatten. Die Anzahl der Teilnehmer war dennoch sehr überschaubar, gerade mal acht Personen haben sich am Sonntagmorgen in die Kälte gewagt. Bereits bei der Anfahrt kamen Bedenken bezüglich der Beobachtungsbedingungen auf, statt Sonnenschein sah man nur Nebel. Vor Ort lichtete sich dieser etwas, so gab es zwar keine optimale, aber doch brauchbare Sicht, um die Exkursion hoffnungsvoll zu starten.

Gleich am ersten Gewässer, dem Hinteren Roxheimer Altrhein, gab es die ersten Wasservögel zu beobachten, darunter auch einen Gänsesäger. Danach ging es weiter zum Silbersee, dem zweitgrößten See von Rheinland-Pfalz, wie Henning Cramer, der Leiter der Exkursion berichtete. Das Gewässer, das in den letzten Jahrzehnten durch Kiesabbau entstanden ist, hat offenbar eine entsprechend hohe Bedeutung als Winterruheplatz für die Vogelwelt. Auf den ersten Blick sah man schon, dass der See reich bevölkert war, vor allem mit Blässhühnern, Reiherenten, Tafelenten und Haubentauchern, auffallend auch einige Schwäne. Da lohnte es sich auf jeden Fall, etwas intensiver nachzuschauen, und so konnten auch bald Schellenten, ein Wintergast aus dem Norden, identifiziert werden. Schließlich ließ sich auch noch ein Eisvogel blicken.

Obwohl auch nach zwei Stunden die Sonne es nur ganz kurz schaffte, die Nebeldecke zu durchdringen, lockte die günstige Wetterprognose offenbar noch andere Naturbeobachter an dieses überregional bekannte Refugium. Von diesen war zu erfahren, dass auch Eisenten zu sehen waren, eine echte Rarität. Deren Sichtung blieb dem NABU Heidewald für diesmal zwar verwehrt, aber trotzdem war die einhellige Meinung, dass es sich um einen lohnenden Ausflug handelte.

 

NABU Heidewald

In Rheinland-Pfalz im Umkreis der Ortschaften Birkenheide, Ellerstadt, Fußgönheim, Lambsheim und Maxdorf