Für den Sonntag, 24. Mai lud der NABU Heidewald ein zu einer Exkursion in das Naturschutzgebiet Steinbühl bei Kirchheimbolanden. In diesem ehemaligen Steinbruchgelände betreut der NABU Donnersberg ein außergewöhnliches Landschaftspflegeprojekt: Durch die halbwilde Haltung urtümlicher Rinder- und Pferderassen kann auf maschinelle Maßnahmen zur Offenhaltung der Landschaft verzichtet werden, dennoch bleiben Lebensräume für Gelbbauchunken und viele weitere Tierarten erhalten.

Kurz nach 9:00 Uhr gelangten die Mitglieder des NABU vor Ort an, um sich unter der sachkundigen Führung von Dieter Hünner ein Bild von dem einzigartigen Gepräge des Gebietes zu machen, das normalerweise wegen des Weidezaunes für Besucher nicht zugänglich ist. Hünner ist als Mitarbeiter der Kreisverwaltung im Donnersbergkreis von Amts wegen für das Gebiet zuständig und konnte deshalb viele interessante Einblicke in die behördlichen Aspekte der Naturschutzarbeit liefern. Gleich zu Anfang stellte sich heraus, dass die NABU-Mitglieder mit der Wahl des Termins ausgesprochenes Glück gehabt haben, denn es bot sich die einmalige Gelegenheit, bei der Beringung eines jungen Uhus dabeizusein. Der Ornithologe Michael Knödler hatte sich zufällig genau diesen Tag ausgesucht, um den etwa viereinhalb Wochen alten Uhu zu beringen, der an einer schwer zugänglichen Stelle in der Felswand ausgebrütet wurde.

Danach ging es weiter quer durch das Gelände, das durch die Weidetiere gestaltet wurde. Trampelpfade von Rinder- und Pferdehufen führen durch den Wald, heruntergebogene und abgebrochene Zweige zeugen genauso von der Fraßtätigkeit wie die wie geschoren wirkenden Grünflächen. Diese Offenhaltung der Landschaft, die maschinell allenfalls durch ständigen, äußerst arbeitsintensiven Einsatz möglich wäre, ist der Garant für die Artenvielfalt des Gebietes. Eigentlich, so Hünner, sei der Bestand von 21 Rindern und 11 Pferden bereits an der Obergrenze des für das Gebiet verträglichen Maßes, aber es gebe bereits Interessenten, die für ähnliche Projekte das ein oder andere Tier übernehmen können. Diese profitieren zudem von den zahlreichen Erfahrungen, die man am Steinbühl gemacht hat, so konnten auch viele Bedenken, z.B. von tierschützerischer oder forstwirtschaftlicher Seite, bereits eindeutig widerlegt werden.

Nachdem die verschiedenen Biotope wie Wälder, Abbautrichter des ehemaligen Steinbruchs und die Libellentümpel im Zentrum des Gebietes erkundet waren, wurden schließlich die Rinder an einem schattigen Platz bei einer Wiesenfläche gesichtet. Auch wenn die Pferde sich nicht blicken ließen, da sie sich offenbar vor der Mittagshitze in einen schwerer zugänglichen Teil zurückgezogen haben, war es doch ein ausgesprochen gelungener und informativer Ausflug.

 

NABU Heidewald

In Rheinland-Pfalz im Umkreis der Ortschaften Birkenheide, Ellerstadt, Fußgönheim, Lambsheim und Maxdorf